Schweißen von Caddies mit hochreinem Argon.

   
 
 

Erich Heinzig Maschinen- und Apparatebau, ein Unternehmen aus Rahden in Ostwestfalen, fertigt als Zulieferbetrieb Metallbauprodukte, Gehäuse- und Schweißbaugruppen aus Blech und Profilrohren. Moderne CNC-Laseranlagen, Abkantpressen und Biegeanlagen für Rohre sowie die Weiterverarbeitung durch Schweißen und Pulverbeschichtung bis hin zur Endmontage garantieren eine gleich bleibend hohe Produktqualität der meist komplexen Einzelteile und Baugruppen.

Heinzig fertigt auch Bauteile für hochwertige Golfcaddies. Dabei werden für ein neues Produkt auch Bauteile aus Titan benötigt. Dieser Werkstoff ist nur halb so schwer wie Stahl, aber extrem empfindlich, was den Fügeprozess zu einer echten Herausforderung macht. Michael Schneider, Mitarbeiter des Westfalen-Schweißtechnikums, entwickelte für die Produktion des Caddie-Prototyps ein maßgeschneidertes Konzept: Die Einzelkomponenten werden innerhalb eines transparenten Kunststoff-Behälters verschweißt, aus dem die Luftatmosphäre nahezu vollständig verdrängt werden muss.
Als Schutzgas wurde hochreines Argon gewählt. Der Behälter besitzt einen Volumeninhalt von etwa einem Kubikmeter; um die Luftatmosphäre unter 40 parts per million (ppm) zu drücken, muss das Drei- bis Fünffache an Argon eingefüllt werden. Das WIG-Schweißen der Titan-Komponenten wird ebenfalls mit hochreinem Argon durchgeführt.

Zur Herstellung eines Prototyps wurden bei Heinzig eine Reihe von Schweißversuchen durchgeführt. Derzeit laufen Tests für das Fügen der Einzelkomponenten durch Verschraubung. Klar ist allerdings jetzt schon, dass die Räder des Caddies nicht aus Titanblech, sondern aus Carbon sein werden, da dieser Werkstoff eine höhere Stabilität gewährleistet. Nach der erfolgreichen Herstellung des Prototyps ist eine Serienfertigung geplant.

Artikel erschienen in: Westfalen Reporter; Heft 49 Nr. 3/2005